Donnerstag, 29. Juni 2017

Schon wieder ein Blusenshirt?

Neben meinem Standardschnitt ist das Blusenshirt von Lillesol und Pelle einer der am meisten genähten Shirt-Schnitte für mich. Mag sein, dass ich damit nicht den Nerv an Aktualität und Abwechslung der breiten Masse treffe. Vielleicht findet es der eine oder andere auch ein bisschen langweilig oder bieder. Dennoch liebe ich es und nur das zählt.
Warum? Zum einen ist es ein bisschen anspruchsvoller zu nähen. Ob Paspel, Knopfleiste, Kragen oder Saumbeleg - das Shirt hat so viele schöne Kleinigkeiten und selbst beim fünften Shirt kann man immer noch etwas dazulernen. Zum anderen mag ich die Mischung aus schick und bequem. Darüber hinaus sind Julias Schnitte nicht hauteng sondern für weibliche Frauen konzipiert und das trifft so gänzlich meinen Nerv.
Hier nun also Blusenshirt No. 5 (im doppelten Sinn). Was habe ich dieses Mal anders gemacht? Bereits im letzten Jahr habe ich mich an einer Kurzarmvariante versucht. Allerdings fand ich die einfache Ärmellösung nie richtig passend. Deshalb habe ich diese Mal die gerafften Ärmel der Fanö verwendet. In meinen Augen harmoniert das mehr besser mit den Raffungen im Schulter und Rückenbereich.
Für die Raffung im Vorder- und Rückenteil habe ich zum ersten Mal Framilon-Band verwendet. Einer der Gründe, warum ich im Rücken immer eine Kellerfalte genäht habe, war die ungleichmäßige Raffung. Die war meist nicht nur sehr ungleich, sondern beim Zusammennähen quetschte/trieb es das nicht geraffte Gegenstück immer so auseinander, dass besonders beim Vorderteil von der Raffung nicht mehr viel übrig blieb. Das Ergebnis mit dem Gummiband finde ich für mich überzeugend, allerding sei erwähnt, dass die Naht vor allem in Kombination mit der Paspel schon ganz schön wulstig ist.
Dass ich den Kragen von Hand nähe und anschließend noch einmal drübersteppe, habe ich bei den bereits gezeigten Blusenshirts schon oft erwähnt. Dieses Mal habe ich mich jedoch eins kleinen Tricks bedient, den ich bei der Cheyenne gelernt habe. Die Nahtzugabe des inneren Kragens wird, bevor er an den äußeren Kragen genäht wird, nach innen gebügelt. Ich habe jedoch vorher genau auf den Falz analog zur Cheyenne ein Falznaht (nennt man das so?) gesetzt. Das hat zwei Vorteile. Erstens lässt sich die NZ so sehr genau nach innen bügeln und zweitens brauchte ich beim Annähen des Kragens nicht in den Stoff stechen, sondern nähe nur die beiden Nähte (die Falznaht und die zuerst gesetzte Kragennaht) zusammen. Das geht viel schneller und sieht auch noch viel besser aus. Der Kragen wird im Anschluss je sowieso noch einmal abgesteppt.
War das verständlich? Eher nicht oder? Leider habe ich keine Fotos davon gemacht. Über solche Details zu schreiben, fällt mir immer erst ein, wenn das Shirt bereits fertig ist. Schreib‘ mir einfach, wenn ich es noch einmal genauer erklären soll.

Verlinkt bei Rums.

Zutaten:
Schnitt:
Blusenshirt Jersey No.5 von Lillesol und Pelle Gr. 38

Stoff:
Jersey Creme mit schwarzen Punkten von myo Stoffe

Kommentare:

  1. Kein bißchen bieder oder langweilig, sondern sehr sehr hübsch dein Blusenshirt. Ich kenne das, wenn ein Schnitt richtig gut ist und man ihn immer wieder nähen muss.
    Grüße aus dem Naehmannsland

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  2. Ich find sie super und sie steht dir ausgezeichnet. Die Ärmelchen sind bezaubernd.
    Lg Karina

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  3. Das Shirt ist wunderschön und steht Dir ausgezeichnet! Ich finde es gerade schön, dass Du Dir nicht das Allerlei nähst, das die meisten tragen. Und mit dem Kragen machst Du das genau richtig; so habe ich das schon vor 30 Jahren in der Lehre gelernt. Viel Freude beim tragen und lass Dich bewundern! Liebe Grüße, Beatrice

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  4. Ach, dein Blusenshirt sieht ja wieder mal grandios aus! Einfach perfekt! Und die Sache mit dem Kragen leuchtet mir ein, auch ohne Bilder! GlG Janine

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  5. überhaupt nicht langweilig und sooo schön. ich buch gern mal nen Kurs bei Dir. Die Ärmel sin Klasse.
    LG Silvi

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  6. Ich finde das Shirt richtig klasse. Kommt gleich auf meine Projekteliste ;-). Das mit dem Kragen habe ich aber nicht verstanden. Vielleicht ergibt sich das, wenn ich dabei bin zu nähen. :-)

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