Dienstag, 28. Juni 2016

Raffiniert macht Lust auf mehr

Als ich mit dem Nähen begann, hab ich vorwiegend für meine Kinder genäht. Das hat sich in den letzten beiden Jahren ziemlich gewandelt. Warum?
Damals war nicht nur ich weniger anspruchsvoll an das Nähergebnis, sondern auch meine Kinder. JEDES genähte Teil wurde mit Stolz getragen. Kaum gewaschen, wurde es schon wieder aus dem Schrank gezerrt und erneut bis zur Motiv-Unkenntlichkeit abgeliebt.
Mittlerweile hat das Tochterkind einen eigenen Geschmack und ziemlich genaue Vorstellung, wie ihre Kleidung aussehen soll. Wenn Sie sich mit stoischer Gelassenheit in der morgendlichen Hektik ihre Sachen selbst auswählt, dann ist das in erster Linie Kaufkleidung. Wenn ich den Vorgang beschleunigen möchte und ihr abends die Sachen zum Anziehen rauslege, dann wähle ich gern ein selbstgenähtes Kleid - weil ich es eben mag. Es kommt kein Widerwort am Morgen, aber auch keine Begeisterung. Ich habe oft den Eindruck, dass es ihr vielleicht sogar ein bisschen peinlich ist. Vielleicht nähe ich zu kindlich, vielleicht ist unser Geschmack zu verschieden. Kurzum ich tue mich zurzeit schwer mit meinem angehenden Pupertier…
Ganz anders liegt der Fall mit meinem Räuber - er liebt, die Sachen, die ich nähe. Aber er ist auch ein richtiger Junge. Stoff und Nähte müssen einiges aushalten. Inverse Covernähte zur Zierde sind da wenig praktisch. So mancher Fadenzug der Schlaufennaht hat mich beim Wäsche aufhängen mindestens genauso frustriert, wie das Knacken der Nähte, wenn sich der junge Mann das Shirt vom Leib reißt oder er beim Klettern an irgend einem Ast hängen geblieben ist. Ich mag ihm keinen Vorwurf machen. Er ist ein Junge und das ist okay so - aber ich komm‘ damit nicht klar. Mit zu viel Liebe im Detail habe ich mir doch vorher die Nächte um die Ohren geschlagen…
Manchmal braucht es eben erst Impulse von außen, dass ich meine „To-Sew-Liste“ im Sinne der Kinder neu priorisiere. Im letzten Jahr durfte ich bereits für Nicole und ihr kleines Label Nicibiene ein paar Stoffe zur Probe nähen. Damals hatte mein Neffe hauptsächlich von den Bikes profitiert. Das lang geplante Shirt für den Junior war irgendwo zwischen Weihnachten, Mutter-Kind-Kur und Geburtstag, Taufe und Co. auf der Strecke geblieben - und das war auch gut so.
Denn als ich Anfang Juni wieder Post von Nicole bekam, befand sich darin der passende Ringel in natur/schwarz und die Euphorie war neu entfacht. Den perfekten Schnitt habe ich bei Kerstin entdeckt. Nicht ganz so easy mit ein bisschen Tüfteln an Ausschnitt und Kragen, hat das Kragenshirt meinen Ehrgeiz geweckt. Das Ergebnis ist überzeugend und macht Lust auf mehr. Den Junior freut’s.
Mehr von Nicibiene und den coolen Biostoffen aus Ihrem neuen Shop „inDIYkiste“ zeig ich Euch demnächst. In den letzten Wochen sind hier noch ein paar Sommerlieblinge entstanden...

Verlinkt bei: Creadienstag und Handmade on Tuesday aber auch bei Ich näh Bio
 
Zutaten:
Schnitt:
Ottobre Design 03/2013 "Béisbol" Gr. 134

Stoff:
BioJersey "Bikes" von inDIYkiste (sponsored)
BioUnijersey schwarz von inDIYkiste (sponsored)
BioRingeljersey schwarz/natur von inDIYkiste (sponsored)

1 Kommentar:

  1. Sehr genial zusammen gestellt. Die Stoffe harmonieren perfekt und der Schnitt ist ja eh toll. Bei mir tragen beide die selbstgenähten Sachen gern. Aber meine Kleine ist auch ein wenig jünger.
    LG Kerstin

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