Donnerstag, 5. Mai 2016

Vergessene Pfade und neue Wege

Da liegen wohl schon ein paar Jahre dazwischen, als ich das letzte Mal um diese Bretterbude geschlichen bin. Das Grundstück hatte immer etwas Zauberhaftes für mich. Kindheitserinnerungen sind damit verbunden. Anfang Zwanzig, keinen Knopf in der Tasche und mitten im Studium hab ich immer davon geträumt einmal hier zu wohnen. Das dazugehörige Haus (ohne Bild) ist keine Schönheit und was man zur Sanierung benötigt, lag fern meiner Vorstellungskraft. Seit vielen Jahren steht es leer und verfällt zusehends.
Es war wohl auch nie das Haus, was mich an diesem Ort so faszinierte, sondern die Lage. Das Grundstück ist umgeben von teilweise verfallenen Bauernhöfen. Es scheint als sei die Zeit stehen geblieben. Hier entstanden keine Eigenheimsiedlungen. Die wilden Obstwiesen, die großen Fenster dieses kleinen Nebengebäudes, das Fehlen von Zäunen … Sie erzählen immer noch Geschichten einer unbekümmerten Kindheit von Cowboys und Indianern, die durch hohes Gras stromern und Baumhäuser bauen.
Knapp 100 km trennen mich jetzt von diesem Ort. Als Fotolocation hatte ich diese Gegend so gar nicht auf dem Schirm. Gesehen und wiedererkannt bei @Insbesondere_Fotografie, hat es zwei Anläufe gebraucht, um die Zeit, wenig Zuschauer und das passende Wetter zu finden. Danke Nicole, für das Stückchen wiederentdeckte Kindheit.
Mit den Bildern reihe ich mich in den neuen Jeans-Trend ein. Das Erstlingswerk zum Thema passgerechte Hose hätte es ohne die Location vermutlich gar nicht in den Blog geschafft. Bereits im März war diese Jeans nach einem Burda Schnitt entstanden - von Birkin Flare hatte ich bis dahin noch nichts gehört. Das Projekt gehörte zu denen, die schon fast ein Jahr in meinem Kopf herumgeisterten. Fast genauso lange hatte mir Bärbel ihre Unterstützung bei der Umsetzung angeboten. Den letzten Anstoß gab Manu mit ihrem Jeans Blazer - das war der Stoff, der mir zu meinem Projekt gefehlt hatte.
Wie so oft erschloss sich die Burda-Anleitung erst beim Nähen. Stück für Stück entstand tatsächlich eine Hose. Auch der Reißverschluss stellte kein Zauberwerk dar. Einzig das Thema: „passgerecht“ konnte ich für mich noch nicht zufriedenstellend beantworten.
Bewußt hatte ich mich für diesen Stoff entschieden, weil ich sicher gehen wollte, dass die Hose auch passt - oder eher an diversen Stellen genügend nachgibt. Was mir zu dem Zeitpunkt nicht klar war, dass der Jeansjersey mit dem hohen Elastananteil nicht die Haptik und die Festigkeit einer echten Jeans vermitteln kann - auch wenn die Bilder anderes vermuten lassen.
Mein Fazit: Ich bin infiziert vom Hosen-Näh-Virus. Für die Nächste kommt richtiger Jeans oder Canvas unter die Nadel. Hinsichtlich der perfekten Paßform bin ich jedoch noch ein wenig planlos. Testweise habe ich versucht den Schnitt meiner beiden Lieblingsjeans auf Folie zu kopieren. Blöd nur, dass ich jetzt drei komplett verschiedene Hosenschnitte habe... Mal schauen, wann ich wieder die Muse für weitere Versuche habe. Mein Erstlingswerk - in Summa irgendwas zwischen Jeans und Leggings - wird demnach noch keine neue Lieblingsjeans, ist aber in jedem Fall ein Meilenstein auf dem Weg dahin.
Verlinkt bei Rums.

Zutaten:
Schnitt: 
Burda Young No. 7050

Stoff:
Jeansjersey Ministars von Lillestoff eingetauscht bei Tigermäuschen & Kramelse ;-)

Kommentare:

  1. Die Hose sieht wirklich toll aus und ich habe (zumindest nach den Bildern) an der Paßform nicht zu meckern. Hosen für mich, da bin ich noch sehr skeptisch. Sehr sehr schöne Bilder sind das geworden. LG Silvi

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  2. Hosen nähen ist tatsächlich gerade der Trend und ich ertappe mich dabei nicht mehr bereit zu sein viel neues auszuprobieren. Hosen reizen mich kein bisschen... schon Kinderhosen mag ich überhaupt nicht nähen. Dein Erstlingswerk steht Dir gut, man erkennt schon den Jersey, was sie mir aber sympathisch macht. Die ist bestimmt irre bequem.
    Ich bin auf die Folgewerke gespannt.
    LG
    Kerstin

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    1. Aber vielleicht ist der Ehrgeiz durch die vielen Hosen in den Blogs doch bald geweckt. :-)

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  3. Schicke Hose und tolle Kulisse!
    Liebe Grüße,
    Lee

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  4. Gratulation! Ich finde, die Hose ist gelungen. Und wenn sie noch bequem ist und Bewegungen mitmacht, dann ist alles gut!
    Liebe Grüße

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  5. Jetzt endlich komme ich zum kommentieren, gelesen hatte ich ja bereits auf dem Handy. Aber da schreib ich so ungern.

    Als du diese tolle Geschichte von dem Haus schriebst, kamen wir gerade aus dem Erzgebirge und sind auch um eine Ausflugskneipe herumgeschlichen, die seit Jahren geschlossen ist. Da war zu DDR-Zeiten immer die Hölle los, anstehen, auf Platz warten usw. Und jetzt isses zu... Unsere Große war ganz fasziniert von der Historie und meiner Mama und mir etwas wehmütig zumute. Daher kann ich dich voll verstehen. Die Bilder dazu sind aber wirklich toll!

    Ich finde deine Hose richtig richtig toll, steht dir super! Und diese vielen Ziernähte!!! Wahnsinn!
    Liebe Grüße

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